Wie verhalte ich mich bei einer Vorladung wegen eines illegalen Autorennens?


Wann liegt ein verbotenes Autorennen vor?


Aufgrund einer Bundesratsinitiative im Jahre 2017 hat der Gesetzgeber mit § 315d StGB die Strafbarkeit verbotener Autorennen eingeführt. Der Straftatbestand ist losgelöst von eventuellen Folgen der Tat. Es soll bereits die Tätigkeit, das Kraftfahrzeugrennen als solches, unter Strafe gestellt werden, da dieses generell als gefährlich erscheint.


Bereits der spontan durchgeführte Sprint an der Ampel, ein behördlich nicht genehmigtes Rennen oder die Jagd bzw. Verfolgungsfahrt auf der Autobahn lassen sich daher unter dem Begriff des Kraftfahrzeugrennens subsumieren. Eine Verletzung der Straßenverkehrsregeln ist für die Annahme des Tatbestandes nicht erforderlich und es kommt auch nicht auf eine bestimmte Streckenlänge des Rennens an.

Ebenso kann hierunter nach Teilen der Rechtsprechung auch eine sog. Gleichmäßigkeitsfahrt – obwohl es nicht auf die Erzielung der Höchstgeschwindigkeit, sondern auf die beste Rundenzahl ankommt – gefasst werden (LG Stuttgart SP 2005, 31f.; ablehnend OLG Nürnberg zfs 2008, 75f).

Zudem muss noch eine grob verkehrswidrige und rücksichtslose Fahrweise hinzukommen. Unter grob verkehrswidrig versteht man eine „abstrakte Rücksichtslosigkeit“ gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. Hierbei ist jedoch eine nicht angepasste Geschwindigkeit nicht allein ausreichend.

Für den Fall des Eintritts einer schweren Folge z.B. dem Tod oder einer schweren Gesundheitsschädigung, hat der Gesetzgeber sog. Erfolgsqualifikationen eingeführt, welche den Strafrahmen erhöhen.


Welche Strafen drohen beim illegalen Rennen?


Das Gesetz sieht beim nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen einen Strafrahmen mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe vor. Kommt es zu einer Gefährdung von Leib oder Leben eines anderen Menschen oder einer fremden Sache von bedeutendem Wert, erhöht sich der Strafrahmen auf eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. In Fällen der fahrlässigen Herbeiführung der Gefährdung reduziert sich die Strafandrohung der Freiheitsstrafe auf drei Jahre.

Wird durch die Gefährdung von Leib oder Leben eines anderen Menschen oder einer fremden Sache von bedeutendem Wert der Tod oder eine schwere Gesundheitsschädigung eines anderen Menschen oder eine Gesundheitsschädigung einer großen Zahl von Menschen verursacht, liegt der Strafrahmen bei einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren

Sollte jedoch tatsächlich durch das illegale Rennen ein Mensch getötet werden, dann kommt auch eine Verurteilung wegen Mord in Betracht (LG Berlin, Urt. v. 26.03.2019 – 532 Ks 9/18).

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© 2019 by Rechtsanwalt Alexander Held, Fachanwalt für Strafrecht & Verkehrsrecht

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